Sebastián Solórzano, Darstellende Kunst, 2019

*1986 in Mexiko-Stadt, lebt in Mexiko-Stadt

Der mexikanische Künstler Sebastián Solórzano arbeitet mit Licht. Seine künstlerische Praxis umfasst Live-Art, Lichtdesign und Expanded Cinema. Aktuell experimentiert er mit mechanischen Vorrichtungen und Licht, die er als choreografische Elemente einsetzt, um transdisziplinäre Performances zu entwickeln. Sebastián Solórzano ist Mitbegründer des Expanded Cinema-Kollektivs Luz y Fuerza, das seit 2012 Bewegtbild-Installationen und Live-Aktionen realisiert. Als Lichtdesigner war er an diversen Orten in Nordamerika, Europa und Nordafrika aktiv und kollaborierte mit Künstlern wie Philip Glass, Claudio Valdés Kuri und Aladino Rivera. Er wurde 2016 mit einem Jóvenes Creadores FONCA-Stipendium ausgezeichnet und wurde 2014–2015 im Rahmen der Rolex Mentor and Protégé Arts Initiativevon Jennifer Tipton gefördert.

Werner-Düttmann-Stipendium

„OBELUS”

Residency Projekt

OBELUS

2020, Choreografische Installation

Ein Obelos ist ein Schriftzeichen: Es kann die Form eines nach unten weisenden Kreuzes haben, das auf deplatzierte, entstellte, fragwürdige oder überflüssige Wörter und Passagen verweist; es kann aber auch neben dem Namen einer Person stehen und darauf verweisen, dass diese Person bereits verstorben ist. Das Obelus-Zeichen steht in der Mathematik auch für Division.

OBELUS ist eine choreografische Installation, die eine intime Allegorie der Männlichkeit, ihrer Erotik und ihrer Bruche präsentiert. Die Darstellung des menschlichen Körpers in der westlichen Malerei ist der Ausgangspunkt dieser Choreografie, die drei der meistgezeigten Charaktere der Kunstgeschichte verfälscht: Sankt Sebastian, Jesus Christus und Venus. Solórzano bemächtigt sich der Bildsprache dieser bildhaft dargestellten Körper, um in diese einzudringen, sie umzudeuten und zu verdrehen.

OBELUS ist Teil eines künstlerischen Forschungsprojektes, das sich auf die nicht-menschliche Performance konzentriert, in dem Solórzano das Bühnenlicht  als choreografische Praxis behandelt und mit automatisierten Beleuchtungssystemen und optischen Geräten arbeitet. Für diese choreografische Installation hat er ein Duett zwischen diesen Maschinen und seinem eigenen Körper geschaffen.

 

Sounddesign: Manuel Estrella; Ausführender Produzent: Homero Fernández Segura

Uraufführung 1.2.2020, Eröffnungswochenende Where the Story Unfolds, Werkpräsentation JUNGE AKADEMIE 2020