Johann Lurf, Film- und Medienkunst, 2019

*1982 in Wien, lebt in Wien

Johann Lurf studierte Bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er ist als experimenteller Filmemacher bekannt, der nicht einfach einem bestimmten Stil oder einer besonderen Kategorie zuzuordnen ist. Seine Arbeiten untersuchen unterschiedliche Formen des Sehens und der Bewegung, insbesondere seine formaleren Filme zeichnen sich stets durch prägnante Handlungsstränge aus. Zugleich untersuchen sie auf subtile Weise unsere Gesellschaft mit ihren Kodizes und Normen sowie unsere Wahrnehmung oder thematisieren die Geschichte und Entwicklung des Kinos selbst. Johann Lurf hat mit Kurzfilmen sowie einen Film in Spielfilmlänge, mit analogen und digitalen Formaten, gefundenen Filmmaterialien sowie eigenen Aufnahmen experimentiert und eine Vielzahl unterschiedlicher Filme realisiert, von denen eine ganze Reihe auf Filmfestivals und in Kulturinstitutionen zu sehen waren, wie unter anderem dem Sundance Film Festival, den Anthology Film Archives, dem Austrian Cultural Forum New York und im Los Angeles County Museum of Art.

Berlin-Stipendium

Installation zum Film ★

Residency Projekt

Installation zum Film ★

2020, Plakate, Heft, Buchentwurf via Diaprojektion

Die Recherchen während meines Berlin-Aufenthaltes standen im Zusammenhang mit meinem Found-Footage-Film ★(2017), in dem Szenen mit klarem Sternenhimmel aus der Filmgeschichte zusammengestellt und miteinander verglichen werden. Das Ergebnis ist ein Buch, das sich visuell mit den Eigenheiten des gesammelten Materials auseinandersetzt, es erweitert und den Kontext der Bilder untersucht. Es zeigt hauptsächlich Standbilder von Szenen, auf die ein Sternenhimmel folgt, und vergleicht diese Bilder miteinander. Ein Heft mit Texten zum Film liegt ebenfalls vor.

Um das Heft und den Film★in die Ausstellung einzubetten, werden Plakate aus der Sammlung der Akademie der Künste, Berlin gezeigt. Diese Auswahl konzentriert sich auf die Zeit der 1950er und 1960er Jahre während des Wettlaufs ins All zur Zeit des Kalten Krieges zwischen der UdSSR und den USA. Die Plakate sind Artefakte dieser Ära aus sowjetischer Sicht, die produziert wurden, um die sowjetische Dominanz im Weltraum zu demonstrieren. Als Gegengewicht zu dieser starken Bildsprache wird auch eine Sammlung gezeigt, die die andere Seite repräsentiert: Filmplakate aus
Hollywood-Filmen der 1970er bis 1990er Jahre. Diese Popkultur-Werbung wurde deshalb gewählt, weil der Sternenhimmel als Hauptmotiv ihrer visuellen Komposition und ihrer verheißungsvollen Slogans dient. Die Werbesprache auf diesen Postern weist Ähnlichkeiten mit der Propagandasprache aus früheren Jahrzehnten auf – und hat sich bis heute nicht verändert.

 

Dank an Paul Gasser, Helmut Hamm, Christian Mitterbauer, Susanne Reinhardt, Katarina Schildgen, Anna Schultz, Laura Wagner.

Where the Story Unfolds, Werkpräsentation JUNGE AKADEMIE 2020

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