Cemile Sahin, Bildende Kunst, 2019

*1990 Wiesbaden, lebt in Berlin

Cemile Sahin ist Künstlerin. Sie studierte Bildende Kunst am Central Saint Martins College of Art and Design in London und an der Universität der Künste in Berlin. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Film, Fotografie, Skulptur, Sound und Text. Ausgangspunkte ihrer Arbeiten sind Bilder oder Geschichten, die sie in ihren multimedialen Installationen neu inszeniert. Dadurch hinterfragt sie die Funktionalisierung von Medien und die Bedeutung verschiedener Perspektiven für die Geschichtsschreibung und geht der Frage nach, wie sich Geschichte und ihre Erzählung verändert, wenn sie über die Narrative verschiedener Perspektiven konstruiert wird. Cemile Sahin ist ars viva 2020 Preisträgerin für Bildende Kunst.

Berlin-Stipendium

„CENTER SHIFT #01: I start again“

Residency Projekt

CENTER SHIFT #01: I start again, 2019, Filmstill

CENTER SHIFT #01: I start again, 2019, Filmstill

CENTER SHIFT #01: I start again

2019, Videoinstallation

Cemile Sahin baut für die Akademie der Künste, Berlin, ein begehbares Setting aus verschiedenen Arten von Billboards und Screens. Monitore, Sitzgelegenheiten, Banner und Teppich verwandeln den Ausstellungsraum in eine begehbare Skulptur, die einerseits an Ästhetiken der Autoindustrie und andererseits an Internetoberflächen und Computerspielszenarien erinnern. Ihre Werkzeuge und Stilmittel sind Narration, Sprache, die Gleichzeitigkeit von zugänglichen Informationen und das Dekonstruieren einzelner Teile.
Im Zentrum ihrer Präsentation steht der in fünf Episoden angelegte Film Center Shift. Was Sahin im räumlichen Setting collagenhaft bereits andeutet, nämlich mehrere Perspektiven einzunehmen, sodass sich die Narration einem kohärenten Ganzen entzieht, verfolgt sie ebenso im Film: Eine Gruppe von Menschen trifft scheinbar zufällig aufeinander, mit der Absicht einen Film zu drehen. Da sie glauben, dass sie keine erzählbare Geschichte in ihrem Leben haben, wird im Affekt ein Mann erschossen, was als Ausgangspunkt der Geschichte dienen soll. In jeder Episode wird nun der Mord re-inzeniert und aus
einer anderen Perspektive und von einer anderen Person wiedergegeben. Wir sehen keinen Mord, nur die Nacherzählung davon. Mit jeder Episode überlagert sich das Erzählte, bis die Zuschauer*innen am Ende vor die Frage gestellt sind: Ist diese Geschichte tatsächlich passiert oder nur das Re-enactment einer Geschichte, für die versucht wird Bilder zu finden, da die Geschichte am Anfang ihres Entstehens kein Bild hatte? (Julia Schäfer)

Cast: Pers Mastori, Regula Steiner-Tomic, Inga Busch, Alice Hauck, Lynn Takeo Musiol, Viktor Bone, Marten Korte, Yoko Lenertz, Asia Cali, Jenny Henneicke, Katja Bienert, Lara Sell, Nathaly Girlado, Cruz, Uwe Gerdel, Nele Friester, Stefan Keunecke, Theo Findeis, Donald Gardner, Christoph Thielke
Kamera & Grading: Konstantin von Sichart; Produktion: Paul Niedermayer; Management: Niklas Binzberger; Lichtdesign: Caio Soares; Sound: Nicolas Keil;
Sounddesign: Tobias Gringel; Original Musik: Nazanin Noori, Salem Rashid; Art Direction: Leon Kahne
Dank an Thomas Timmermanns, Rüdiger Maaß, Arendt Oetker, Jens Crull, Volksbühne Berllin, Julia Schäfer, Nam Nguyen, Sascha Ehlert, Dennis Buck,
Maria Ahmed, Dilan Sahin, Nils Fischer, Herr Schulz und Herr Sonntag.

Where the Story Unfolds, Werkpräsentation JUNGE AKADEMIE 2020

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